9.11.2016, 3:50 Uhr
Es war Wahlnacht. Was hat mich nur um 3:50 Uhr früh aufgeweckt? Eine böse Vorahnung?
Ich war alleine, denn Andrew arbeitete diese Nacht. Sein Job hing weniger davon ab, welcher Präsident heute gewählt wurde sondern war von den Wahlergebnissen Maines zu deren Senats- und Repräsentantenhaus abhängig. Würden die Republikaner ihre Mehrheit im Senatshaus behalten, würde Andrew auch seinen Job behalten.
Aber diese Sorge war es nicht, die mich dazu trieb, wider besseren Wissens, um 3:51 Uhr morgens nach meinem iPhone zu greifen und nach Wahlergebnissen zu googlen. Ich wollte wissen wen die Amis als Präsidenten gewählt hatten.
Als ich Donald Trumps Namen sah, packte ich das Handy wieder weg und versuchte weiter zu schlafen. Aber überraschenderweise kam Ärger bei mir hoch. Ärger, dass dieses Volk tatsächlich diesen furchtbaren und unberechenbaren Mann gewählt hatte. Aber am schlimmsten war mein Ärger auf Andrew. Er war Republikaner und hatte Trump gewählt. Zwar behauptete er, dass er Trump nicht sonderlich toll finden würde, aber er stand trotzdem hinter ihm und ließ jegliche Kritik von diesem Kandidaten abprallen.
Mir wurde ganz heiß in meinem Bett und ich fing an zu hyperventilieren. Wie hatte Andrew das nur tun können? Wie konnte er nur diesen brutalen, fremden- und frauenfeindlichen Mann wählen, der alles mit seinem Größenwahn in den Abgrund zerren würde? Wie konnte Andrew seine drei Söhne in die Gefahr bringen in irgendwelche Kriege verwickelt zu werden, zu denen sie vielleicht zwangseingezogen werden würden? Wie konnte Andrew nur damit einverstanden sein, dass die Krankenversicherung wieder schlechter wird und eine gottverdammte Mauer gebaut werden soll?
Und wie sollte ich meine bis jetzt sehr harmonische Ehe aufrecherhalten, wenn ich Andrew persönllich für Trumps Wahl und seine zukünftigen Vergehen verantwortlich machte?
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen