9.11.2016
Als ich abends Mel traf, war sie ziemlich blass um die Nase. Sie und ihr Mann hatten sich ungeheuerlich stark für die Demokraten in Maine und für Hillary Clinton als Präsidentin eingesetzt. Sie haben sich die Füße plattgelaufen, um an den Türen fremder Leute zu klopfen und diese von Hillary zu überzeugen. Sie haben sich die Finger wundgewählt, um halb Maine mit ihren Anrufen zu beglücken. Alle Demokraten, die ich hier kenne, waren davon überzeugt, dass Hillary gewinnen würde. Die Republikaner dagegen, mit denen ich sprach und von denen einige leidenschaftliche Anhänger von Trump zu sein schienen, waren sich des Wahlausgangs nicht so sicher.
Als ich Mel fragte, wie es ihr ginge, sagte sie nur "I am pooped". Es ging ihr beschissen und sie hatte keine Lust weiter darüber zu reden. Wahrscheinlich hatte sie in den vergangenen Monaten bereits genug davon geredet und sah nicht mehr, was für einen Zweck das ganze hatte.
Historisch gesehen ist Maine eigentlich ein Staat der lange Zeit den Demokraten zugewandt war. Seitdem ich hier lebe, scheinen aber die Republikaner stärker zu sein. So schön Andrew das auch finden mag, so findet er das eigentlich auch merkwürdig. Denn seiner Meinung nach haben die Demokraten mehr Geld und sind auch viel besser organisiert als die Republikaner. Er kann sich den Erfolg der Republikaner in Maine nur dadurch erklären, dass die Menschen endlich erkannt haben, dass die Ziele der Demokraten schädlich sind. Weder Geld noch gut Worte könnten die Wahrheit verdecken. Darum sind die Republikaner auch mit Donald Trump zusammen groß geworden.
Tja.
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